In der Präambel der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung von 1986 heißt es: „Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.“ Dieser Satz hat es in sich. Damals trafen sich auf Einladung der Weltgesundheitsorganisation WHO Experten aus aller Welt zur Ersten Internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung. Der Satz ist bis heute nicht wirklich verstanden, geschweige denn in unserem Gesundheitswesen verankert worden. Seine Kernaussage ist immer noch revolutionär: Die Fähigkeit zur Gesundheit wird gestärkt, wenn wir selber darüber bestimmen können! Damit ist auch ein Machtanspruch verknüpft. Das Bedürfnis nach Selbst-Bestimmung ist der Anspruch, Herrschaft über sich selbst auszuüben – eine Form der „Auto-Kratie“ (griech. auto= selbst, kratós = Gewalt, Macht).

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Stefan.Schmidt-Troschke
Stefan Schmidt-Troschke

Der Kinderarzt und Gesundheitsökonom leitete das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Inzwischen arbeitet er u.a. als Geschäftsführer des Bürger- und Patientenverbandes GESUNDHEIT AKTIV, der sich für Transparenz und Teilhabe im Gesundheitswesen engagiert.

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