Unsere politischen Systeme können als demokratisch bezeichnet werden, doch demokratisch regiert werden wir nicht. Das ist der große Widerspruch, aus dem die heutige Ernüchterung und Ratlosigkeit resultieren. Deutlicher formuliert: Unsere Systeme werden in dem Sinne als demokratisch betrachtet, als die Macht aus einem Urnengang am Ende eines offenen Wettbewerbs hervorgeht und wir in einem Rechtsstaat leben, der sich zu den individuellen Freiheitsrechten bekennt und diese schützt.

Für nur 1,99 Euro im Monat weiterlesen.
Pierre Rosanvallon

Er ist Professor für neuere und neueste politische Geschichte am Collège de France in Paris und Studiendirektor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales, einer Elite-Hochschule für Sozialwissenschaften. Zuletzt ist von ihm das Buch "Die gute Regierung" (Hamburger Edition) erschienen.

Social Media

Folge Kurswechsel in den Sozialen Netzwerken